Schilddrüsenchirurgie

Veränderungen an der Schilddrüse sind häufig und können in jedem Lebensalter auftreten. Etwa jeder dritte Erwachsene entwickelt im Laufe seines Lebens eine Erkrankung der Schilddrüse. Dies können sowohl hormonelle Veränderungen, im Sinne einer Schilddrüsen- über- oder Unterfunktion, als auch strukturelle Veränderungen, wie Schilddrüsenknoten oder die generelle Grössenveränderung der Schilddrüse, sein. Häufig liegt eine Mischform vor, in der die Strukturveränderungen der Schilddrüse auch zu hormonellen Veränderungen führen kann. Besteht der Verdacht auf eine Schilddrüsenstörung, klärt in der Regel der Endokrinologe mittels Blutentnahme und Ultraschall ab, ob eine hormonelle und / oder strukturelle Veränderung vorliegt. Einige Veränderungen der Schilddrüse werden zudem mittels Szintigraphie, einer speziellen nuklearmedizinischen Bildgebung, weiter abgeklärt. Besteht eine ausgeprägte Schilddrüsenüberfunktion z.B. im Rahmen eines Morbus Basedow oder einer Schilddrüsenautonomie und bestehen die Überfunktion trotz medikamentöser bzw. nuklearmedizinischer Therapie, so ist in der Regel die operative Therapie notwendig. Sämtliche Operationen der Schilddrüse führen wir über einen möglichst kleinen Schnitt oberhalb der Halsgrube durch. Wenn es möglich ist, dann lassen wir diesen zudem in einer vorbestehenden Halsfalte verschwinden, um ein perfektes kosmetisches Ergebnis zu erzielen. Durch den Einsatz von speziellen, sehr kleinen Instrumenten operieren wir besonders gewebeschonend.

Strukturelle Schilddrüsenveränderungen

Die strukturellen Veränderungen umfassen Schilddrüsenknoten und Größenveränderungen der Schilddrüse. Eine generelle Größenzunahme der Schilddrüse (Struma diffusa) wird insbesondere durch einen Jodmangel hervorgerufen. Heutzutage sieht man sehr ausgeprägte Strumen nur noch selten, da Jod der Nahrung, z.B. in Form von Jodsalz, zugeführt wird. Liegt aber dennoch eine ausgeprägte Struma vor, die trotz medikamentöser bzw. nuklearmedizinischer Therapie anhält, besteht in der Regel die Indikation zur operativen Therapie.

Knotige Veränderungen, die sog. Struma nodosa, diagnostizieren wir mittels Ultraschalluntersuchungen. Besteht eine Zunahme der Knotenanzahl oder Größe bzw. sind die Knoten in ihrer hormonellen Aktivität auffällig, erfolgt zunächst eine weiterführende endokrinologische bzw. nuklearmdezinische Abklärung. Eventuell kann auch hier eine Operation notwendig werden.

Bei der Schilddrüsenoperation wird ein Teil der Schilddrüse oder je nach Befund die gesamte Schilddrüse über einen kleinen Zugang oberhalb der Halsgrube entfernt. Wenn möglich, dann „verstecken“ wir den Zugang zudem in einer vorbestehenden Halsfalte, um ein in Ihrem Sinne gelungenes kosmetisches Ergebnis zu erzielen. Der Einsatz von speziellen, sehr kleinen Instrumenten ermöglicht uns besonders gewebeschonende Operationen.

Hormonelle Schilddrüsenveränderungen

Hormonelle Veränderungen der Schilddrüse können zu einer Schilddrüsenüberfunktion, der sog. Hyperthyreose oder zu einer Unterfunktion, der sog. Hypothyreose führen.

Schilddrüsenunterfunktion (Hypothyreose)

Typisch für eine Schilddrüsenunterfunktion ist das Gefühl der körperlichen Abgeschlagenheit, Gewichtszunahme und Haarausfall. Die Unterfunktion kann z.B. durch eine Autoimmunerkrankung wie z.B. der Hashimoto Thyreoiditis, hervorgerufen werden. Diagnostisch stehen hier endokrinologische Blutuntersuchungen sowie die Ultraschalluntersuchung im Vordergrund. Bei einer anhaltend bzw. relevanten Unterfunktion ist eine medikamentöse Therapie zumindest zeitweise erforderlich. Eine operative Therapie ist in der Regel nicht nötig.

Schilddrüsenüberfunktion (Hyperthyreose)

Bei einer Überfunktion der Schilddrüse treten häufig Symptome wie Herzrasen, Gewichtsverlust und innere Unruhe auf. Auch hier kann es Beschwerden wie bei der Schilddrüsenunterfunktion geben. Diagnostiziert wird die Überfunktion ebenfalls mittels endokrinologischer Blutentnahme, Sonographie und in der Regel einer speziellen nuklearmedizinischen Bildgebung, dem Szintigramm. Eine operative Therapie kann bei anhaltender Symptomatik trotz medikamentöser bzw. nuklearmedizinischer Therapie indiziert sein.

Operatives Spektrum bei Schilddrüsenerkrankungen

  • Komplette Entfernung der Schilddrüse (Thyreoidektomie)
  • Entfernung der halben Schilddrüse (Hemithyreoidektomie)
  • Entfernung einer einzelnen bzw. umschriebenen Schilddrüsenveränderung (Enukleation)
  • Lymphknotenentfernung bei Krebserkrankungen der Schilddrüse
Sie wünschen eine Beratung?
Dr. med. Nina Picker

Dr. med. Nina Picker

Sie interessieren sich für weiterführende Informationen?

Sie wünschen eine persönliche Beratung oder einen Termin in unserer Praxis?

Wir freuen uns auf Sie.